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Havellandhof Ribbeck GbR

Geschäftsführer: Peter Kaim
Betriebsspiegel
Gemischtbetrieb
Geografische Lage: Nauener Platte, Landkreis Havelland
Durchschnittliche Ackerzahl: 32 (Schwankungsbreite: 18-48)
Bodenarten: sandiger Lehm, lehmiger Sand, Sand, Moorboden
Fläche: 550 ha Ackerland, 250 ha Grünland
Anbauspektrum: 60 % Getreide (Weizen, Gerste, Roggen),25 % Raps,15 % Silomais

Viehbesatz: 142 Milchkühe (ca. 0,2 GV/ha Landfläche)

Seit 2007 Einführung der Direktsaat, Stroh wird abgefahren
Umfangreiche Erfahrungen im Zwischenfruchtanbau und beim Anbau von Untersaaten.

Versuchsbeschreibung
Optimierung der N-Düngung bei Direktsaat
Streifenanlage mit 2 Wiederholungen
Variante A: Injektionsdüngung (Ammonium-Sulfat-Lösung 11,5%) 140 kg N/ha in einer Gabe
Variante B: betriebsübliche N-Düngung (Pflanzenspritze): Marken AHL- Lösung: 140 Kg N/ha in zwei Gaben

Versuchsfrage: Wie wirkt sich die Injektionsdüngung bei Direktsaat im Vergleich zur bisherigen betriebsüblichen N-Düngung aus?

Hypothesen:

  • Injektionsdüngung erhöht den Ertrag. Dünger befindet sich da, wo er am Besten von den Pflanzenwurzeln aufgenommen werden kann. Düngerfreisetzung erfolgt nach Pflanzenbedarf.
  • Durch Injektionsdüngung sind die Pflanzen trockenstresstoleranter.
  • Injektionsdüngung ermöglicht eine bessere N-Verwertung
  • Injektionsdüngung ermöglicht höhere Rohproteingehalte bei Getreide


Bonituren am Pflanzenbestand:
BBCH, Pflanzenhöhe, Gesamtdeckungsgrad, Kulturdeckungsgrad, Unkrautdeckungsgrad während der gesamten Vegetationsperiode

Bodenuntersuchungen: Nmin im Frühjahr, Nmin nach Ernte
Ertragsmessungen: Bestimmung ährentragender Halme, Ertrag (Korn)

Versuchsjahr 2009/2010

Schlaggröße: 26,09 ha
Bodenart: humoser, sandiger Lehm, sehr heterogen
Ackerzahl: 44

Frucht: Wintergerste Sorte: Merilyn (Vorfrucht Silomais), Aussaat: 17.09.2009
(Untersaat (Gemisch) Aussaat: 24.04.2010)

Bodenuntersuchungswerte von 2004:
Phosphor: 0,9 mg/ 100g Boden
Kalium: 12,3 mg/ 100g Boden
Magnesium: 6,7 mg/ 100g Boden
pH: 7,5

Nmin im Frühjahr 2010 (in 30 cm Bodentiefe) :

 

1. Wiederholung

2. Wiederholung

Variante A (Injektion)

49 kg/ha

45 kg/ha

Variante B (betriebsüblich)

48 kg/ha

55 kg/ha

Die Nmin-Werte 2010 des Versuchsfeldes liegen, aufgrund einer Stallmistdüngung im Januar 2010 (12 t/ha Rindermist) deutlich über den Werten des brandenburgischen Durchschnitts.

 

Feld vor Versuchsanlage am 25.01.2010; gut zu erkennen sind die Erntereste der Vorfrucht Silomais (Fotos: eigene Aufnahme)

Auf der linken Seite der weißen Stange sehen Sie die betriebsübliche Variante; auf der rechten Seite der weißen Stange sehen Sie die Injektionsvariante aufgenommen am 29.04.2010 (Foto: eigene Aufnahme)

Nahaufnahmen des Wintergerstenbestandes am 29.04.2010 (Fotos: eigene Aufnahme)

Versuchsstreifen (betriebsübliche Variante und Injektionsvariante) am 29.04.2010 (Foto: eigene Aufnahme)

Nahaufnahmen der Injektionsvarianten am 25.05.2010

Ergebnisse 2009/2010

Abbildung 1: Vergleich des Kornertrages der Wintergerste in dt/ha der unterschiedlichen N-Düngungsvarianten: AHL (Ammonium-Harnstoff-Lösung) und Injektionsdüngung (Säulen, die mit unterschiedlichen Buchstaben gekennzeichnet sind, unterscheiden sich signifikant α=0,05)

Ernte: 26.Juli 2010

-Injektionsdüngung im Vergleich zur AHL-Düngung brachte keinen signifikanten Mehrertrag (Abb. 1)

Versuchsjahr 2010/2011

Bodenart: sandiger Lehm bis lehmiger Sand
Bodenpunkte: durchschnittlich 31 (19-37)
Schlaggröße: 21,3 ha

Frucht: Wintergerste, Sorte: Highlight (Vorfrucht: Silomais)
Aussaat: 12.10.2010
Untersaat (LBG): 11.04.2011

Wintergerstebestand am 4.3.2011

Wintergerstebestand am 30.3.2011

Wintergerstebestand am27.4.11 Schossbeginn

Injektionsdünung
AHL-Düngung, trockene Witterung,

Wintergerstebestand am 16.5.11 Ährenschieben

AHL-Düngung
Untersaat

Wintergerstebestand am 5.7.11 kurz vor Erntebeginn bei feucht schwülem Wetter


Landsberger Gemenge

Bei der Versuchsanlage musste aufgrund veränderter Durchführung bei der Injektionsdüngung ein Teil der Parzellen der Variante A nachträglich verschoben werden. Infolge der ungenauen Versuchsbedingungen wird im Versuchsjahr von einer statistischen Auswertung der Erträge der untersuchten Varianten abgesehen und nur die Einzelerträge aus der manuellen Ernte dargestellt (Abb.)

Ergebnisse 2010/2011

Ernte: 05.07.2011

Die von Hand ermittelten Ertragsunterschiede (ca. 30 %) wurden durch die Ertragserfassung beim Mähdrusch nicht bestätigt. Abbildung zeigt daher nur die Einzelwerte aus der manuellen Ernte.



Abbildung:  Kornerträge von Wintergerste dt/ha (86%), Einzelwerte aus manueller Ernte, 2011