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Landgut Pretschen GmbH

Geschäftsführer: Sascha Philipp
Betriebsspiegel
- Gemischtbetrieb
- Geografische Lage: Unterspreewald, Landkreis Dahme-Spreewald
- Ackerzahl: 20-30; Grünlandzahl 15-35
- Bodenarten: Sand, Niedermoor

Fläche: 840 ha, davon sind 520 ha Ackerland, 260 ha Grünland und 40 ha Wald.

Fruchtfolgen im Betrieb:
1. Sommergerste (mit Kleegras Untersaat), 2 jähriges Kleegras, Triticale, Roggen, Chicorée
2. Futtergemenge, Sommergerste (mit Luzernegras Untersaat), 2 jähriges Luzernegras, Silomais, Roggen, Körnerleguminosen
3. Roggen, Futtergemenge, Silomais
4. Lupine, 2 jähriger Roggen

Viehbesatz:
275 Milchkühe zzgl. Nachzucht

Versuchsbeschreibung:
Wassereffizienter Feldfutterbau
Anbausystemversuch mit vier Varianten zur Optimierung des Feldfutterbaus  (Langparzellenversuch)


Problem- und Fragestellung:
In Jahren mit ausgeprägter Vorsommertrockenheit ist die Ertragsunsicherheit beim Silomais besonders hoch. Wie kann die Wasser –und Stickstoffversorgung beim Silomaisanbau optimiert werden?

Variante A) – Betriebsübliches Verfahren:
Grünroggen > nach der Ernte: Stallmistgabe und Pflug > Silomais (Spätsaat)

Variante B)
Grünroggen > nach der Ernte: Mistschleier und Ringschneider > Silomais (Spätsaat)

Variante C)
Winterrogen als Zwischenfrucht > Stallmistgabe und Pflug > Silomais (Normalsaat)

Variante D)
Winterrogen als Zwischenfrucht > Mistschleier und Ringschneider > Silomais (Normalsaat)

Untersuchungsparameter:
Bonituren am Pflanzenbestand: BBCH, Pflanzenhöhe, Gesamtdeckungsgrad, Kulturdeckungsgrad, Unkrautdeckungsgrad während der gesamten Vegetationsperiode
Bodenuntersuchungen: Makronährstoffe
Ertragsparmeter: Ährentragender Halme, Grünschnitte, Biomasse; Pflanzen- und Kolbenanzahl beim Silomais, Futterwert

Hypothesen:

  • Der Pflugeinsatz zum Silomais erfolgt in der Phase der Vorsommertrockenheit und fördert somit die unproduktive Wasserverdunstung im Frühjahr (Evaporation) – die langsame Jugendentwicklung beim Mais (unbedeckter Oberboden) verstärkt diesen Effekt zusätzlich.
  • Durch die reduzierte Bodenbearbeitung mit dem Ringschneider kann unproduktive Wasserverdunstung im Frühjahr (Evaporation) reduziert werden. Ferner besteht Erosionsschutz durch Mulchauflage.
  • Durch die Mulchauflage wird eine Frühverunkrautung des Silomais nach der Aussaat reduziert.
  • Die Mulchauflage behindert den Silomais beim Auflaufen (interspezifische Wasserkonkurrenz). Die Mulchschicht speichert Wasser, und somit ist weniger Wasser in der oberflächennahen Ackerkrume für den Mais vorhanden.
  • Durch die reduzierte Bodenbearbeitung mit dem Ringschneider kann eine frühzeitige (und wassersparende) Aussaat für den Silomais erfolgen. Eine früher Aussaattermin beim Silomais bringt Vorteile gegenüber der Spätsaat (Zweitmais).
  • Durch eine legume/nicht-legume Winterzwischenfrucht können Residual-N-Mengen bzw. symbiontisch fixierte N-Mengen aus dem Herbst bis zum Frühjahr konserviert werden, um nach einer schnellen (oberflächennahen) Mineralisation dem Silomais zur Verfügung zu stehen.

Anbausystemversuch zur Optimierung des Feldfutterbaus - Grünroggenernte auf dem Landgut (Landgut Pretschen; 04.05.2010 Foto: Ralf Bloch)