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Ökodorf Brodowin

Geschäftsführer: Ludolf von Maltzan
Betriebsspiegel
- Gemischtbetrieb
- Geografische Lage: Schorfheide, Landkreis Barnim
- Durchschnittliche Ackerzahl: 33 (Schwankungsbreite: 18-58)
- Bodenarten: Sand - Lehm
- Fläche: 1.200 ha Ackerland, 50 ha Grünland
Anbauspektrum:    42 % Getreide (Roggen, Dinkel, Weizen )
24 % Luzerne-Kleegras
5 % Körnerleguminosen (Lupinen)
5 % Silomais
2 % Gemüsebau und Streuobst
22 % Grünland


Viehbesatz:
270 Milchkühe zzgl. Nachzucht
durchschnittliche Jahresleistung : 7500 kg; 4,14 % Fett; 3,38 % Eiweiß 3,43
200 Milchziegen
durchschnittliche Jahresleistung : 700- 750 kg

Versuchsbeschreibung
Wassereffiziente Zwischenfruchtstoppelsaat
Anbausystemversuch mit 3 Varianten (Langparzellenversuch)

Variante A)
Winterroggen > Stoppelbearbeitung mit dem Grubber nach der Strohbergung > Drillsaat Winterzwischenfrucht

Variante A2)
Winterroggen > Stoppelbearbeitung mit dem Grubber nach der Strohbergung

Variante B)
Winterroggen > Stoppelbearbeitung mit dem Ringschneider im Zwischenschwadbereich + Stoppelsaat Winterzwischenfrucht



Untersuchungsparameter:

Bonituren am Pflanzenbestand: BBCH, Pflanzenhöhe, Gesamtdeckungsgrad, Kulturdeckungsgrad, Unkrautdeckungsgrad während der gesamten Vegetationsperiode

Problem- und Fragestellung:
In der Zeitspanne zwischen Getreideernte und Strohbergung verdunstet häufig ein Teil der im Getreidebestand noch vorhandenen, bodennahen Restfeuchte. Wie kann man diese Restfeuchte erhalten und produktiv nutzen?

Hypothese:
Durch eine unverzügliche möglichst flache Stoppelbearbeitung mit dem Ringschneider können Wasserverluste minimiert werden (Unterbrechung des kapillaren Aufstiegs), gleichzeitig kann die Restfeucht zur Etablierung von Stoppelsaaten genutzt werden.

Ergebnis
Auf dem Streifen B wurde in einem Arbeitsgang mit einem Feinsamenstreuer im Frontanbau ein Zwischenfruchtgemenge auf die Getreidestoppel ausgebracht und durch den nachlaufenden Ringschneider eingearbeitet (Gemenge 45 kg/ha: Alexandrinerklee, Bitterlupine, Buchweizen, Felderbse, Öllein, Ölrettich, Perserklee, Ramtillkraut, Serradella, Sommerwicke, Sonnenblume). Als Vergleichsvariante wurde auf den Streifen A das Zwischenfruchtgemenge erst nach einer betriebsüblichen Stoppelbearbeitung (Grubbereinsatz nach der Strohbergung) in Drillsaat ausgebracht. Im Vergleich ergab die kosten- und arbeitszeiteffiziente „Breitsaatvariante“ eine schnellere und dennoch flächendeckende Zwischenfruchtetablierung.

Effektive Ausnutzung der Bodenfeuchte – Zwischenfruchtstoppelsaat im Zwischenschwadbereich nach der
Winterroggenernte (Ökodorf Brodowin, 30.07.2010, Foto: Ralf  Bloch)