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Kurze Technikeinführung nicht-wendender Bodenbearbeitung

Für die Bodenbearbeitung gibt es passive (gezogene) und aktive Geräte. Letztere werden entweder durch die Zapfwelle des Schleppers oder hydraulisch betrieben (Estler und Knittel, 1996).
Nach der Art der Werkzeuge, die sich an den Bodenbearbeitungsgeräten befinden, existieren zwei wichtige Gruppen: Zinken und Scheiben (Estler und Knittel, 1996).

Für die Stoppelbearbeitung existiert eine Vielzahl an unterschiedlichen Gerätebauarten. Auch die Arbeitsweise der Geräte ist sehr unterschiedlich und nicht alle diese Geräte arbeiten immer zufriedenstellend im Hinblick auf die Stroheinarbeitung bei konservierender Bodenbearbeitung.
Laut eines Gerätevergleichs von Voßhenrich et al. (2003) zwischen einem zweibalkigen Flügelschargrubber, einer Kurscheibenegge und einer Grubber-Scheibeneggenkombination ist die Grubber-Scheibeneggenkombination sehr gut für eine flache Stroheinarbeitung geeignet. Ihre hohe Arbeitsqualität ist gut angepasst für enge Fruchtfolgen mit kurzen Anbaupausen. Der Nachteil dieses Gerätes ist der hohe Zugkraftbedarf und Treibstoffverbrauch.
Bei weiten Fruchtfolgen mit genügend Zeit für die Strohrotte haben sich  Kurzscheibeneggen zur Stroheinarbeitung bewährt (Voßhenrich et al., 2003). Der Vorteil dieser Geräte liegt in der hohen Flächenleistung, dem geringen Zugkraftbedarf und Kraftstoffverbrauch, der Unempfindlichkeit gegenüber Steinen und der geringen Verstopfungsanfälligkeit durch rollende Werkzeuge (Voßhenrich et al., 2003; Gruber, 2009). Der Kritikpunkt dieses Gerätes liegt in der oft nicht ganz so gleichmäßigen Einarbeitung des Strohs (Voßhenrich et al., 2003).
Ungeeignet für eine gleichmäßig flache Stroheinarbeitung war der zweibalkige Flügelschargrubber. Dieses Geräte lieferte in dem Vergleich kein zufriedenstellendes Ergebnis (Voßhenrich et al., 2003). Laut Gruber (2009) sind für die Einarbeitung großer Ernterestmengen drei- bis vierbalkige Grubber besser geeignet. Man sollte dabei für eine rasche Strohrotte zwei Arbeitsgänge einplanen (Gruber, 2009).

Da die Entscheidung Gubber oder Kurzscheibenegge nicht immer leicht fällt, zeigt Tabelle 1 einen kurzen Vergleich dieser Gerätebauarten.

Tabelle 1: Vergleich Kurzscheibenegge mit drei- bis vierbalkige Grubber (nach Prankl, o.J.; Gruber, 2009)

Kurzscheibenegge (KZE)

drei- bis vierbalkige Grubber

- Gerät zur Stoppelbearbeitung

- Gerät zur Stoppel- und Grundboden­bear­bei­tung

- mischt bei Bearbeitungstiefe von 5 -6 cm besser als Grubber > damit bessere Auflaufbe­dingungen für Ausfallgetreide
- je tiefer KZE gefahren werden, umso mehr geht der Vorteil verloren

- ab 10 cm Bearbeitungstiefe ist die Einmischung er organischen Substanz durch den Grubber besser zu bewerten
-hier gilt: Je mehr Zinken und Balken ein Grubber hat, umso besser ist sein Einmisch­effekt

- gute Anpassung an Bodenunebenheiten

- kann Verdichtungen im Boden besser be­seitigen

- hohe Flächenleistung

 

Hier noch ein paar Anmerkungen zum Einsatz unterschiedlicher Grubberschare.
Für eine flache Stoppelbearbeitung sind Gänsefußschare den Flügelscharen vorzuziehen. Der Zugkraftbedarf beim Einsatz dieser Schare ist geringer und sie hinterlassen organisches Material an der Bodenoberfläche, so dass der Boden seine Schutzdecke behält. Für eine intensivere Stroheinmischung in den Boden seien Doppelherz- oder Wendelschare empfohlen (Gruber, 2009).

Für weiterführende Informationen zu Grubbern und Kurzscheibeneggen seien folgende Links empfohlen:

1)   www.ackerplus.de
Dieser Link führt Sie zu einem e-paper. Auf der Seite 12 finden Sie dann in dieser Ausgabe einen Artikel zu unterschiedlichen Grubberscharen.

2)    Vorträge von Dr. Thomas Anken zu den Bodenbearbeitungsgeräten:
Hier erhalten Sie eine kurze, knappe Übersicht zu den unterschiedlichsten Geräten.
Dr. Thomas Anken ist Fachmann für Verfahrenstechnik und Geräte im Ackerbau an der Agroscope ART, Tänikon (Schweiz).

2a) Thema: Stoppelbearbeitung
www.agroscope.admin.ch

2b) Thema: Bodenbearbeitung und Bestelltechnik
www.agroscope.admin.ch