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A U S W I R K U N G E N

Auswirkungen des Klimawandels auf die pflanzliche Produktion

  •  Verschiebung der Fruchtartenspektren nach Norden bzw. in höhere Lagen (UBA, 2005; PIK, 2009; DBV, 2007)

Dabei wird es in Deutschland nur zu unbeträchtlichen Änderungen kommen. Es wird angenommen, dass bis 2080 Sojaanbau im Südwesten von Deutschland möglich sein wird (UBA, 2005). Darüber hinaus wird sich der Maisanbau weiter nach Nord-Deutschland ausdehnen können (PIK, 2009). Gleichzeitig wird sich die Eignung für Roggen-, Hafer- und Kartoffelanbau verschlechtern (UBA, 2005).

  • Veränderte Wachstumsbedingungen
    • Höhere Temperaturen

      Generell kann man sagen, dass durch einen Temperaturanstieg unter sonst gleichen Bedingungen das Ertragspotenzial der Standorte ansteigt (UBA, 2005; PIK, 2009). Auf den besonders trockenen Standorten in Brandenburg ist allerdings davon auszugehen, dass eine unzureichende Wasserverfügbarkeit die Erträge mindern wird. Bei Getreide geht man von einem Rückgang von 14 % aus (PIK, 2009).
      Durch den Temperaturanstieg kommt es einerseits zu einer Verfrühung und Beschleunigung phänologischer Phasen und andererseits zu einer Verlängerung der Vegetationsperiode. Davon profitieren vor allem Pflanzen mit einer langen Reifeperiode, wie zum Beispiel Hirse und bestimmte Maissorten. Es gibt aber auch Kulturen, die durch steigende Temperaturen mit Ertragsminderungen reagieren werden (UBA, 2005). Durch die Beschleunigung der Wachstumsphasen, wird es bei Getreide zu einer Verkürzung der Kornfüllungsphase kommen mit den entsprechenden negativen Auswirkungen auf die Ertragsqualität und -quantität. Wintergetreide braucht für eine gute Entwicklung einen Kältereiz (Vernalisation), der durch eine Temperaturerhöhung in Zukunft vielleicht nicht mehr ausreichend gewährleistet werden kann (PIK, 2009).

    • Veränderte Wasserversorgung
    • Mehr Winterniederschläge
    • Weniger Sommerniederschläge
    • Klimaschwankungen von Jahr zu Jahr und erhöhtes Auftreten von Wetterextremen: Starkniederschläge/Hagel sowie Hitzeextreme und Dürreperioden

      Kimaschwankungen erschweren eine Anpassung. Sie führten in der Vergangenheit immer wieder zu Ernteeinbußen. Möglicherweise geht von den klimatischen Schwankungen zwischen den einzelnen Jahren die größte Gefahr für die landwirtschaftliche Produktion aus. Der Pflanzenbau wird dabei besonders hart getroffen, wenn Wetterextreme in sensiblen Wachstumsphasen auftreten (UBA, 2005).

    • Höhere CO2-Konzentration in der Luft

      CO2 wird für den Stoffaufbau in der Pflanze (Photosynthese) benötigt. Der überwiegende Teil unserer Kulturpflanzen in Deutschland gehört zu dem Photosynthese-Typ C3-Pflanzen. Für diese ist die aktuelle CO2-Konzentration noch nicht optimal. Eine Zunahme der CO2-Konzentration würde bei C3-Pflanzen eine Steigerung der Photosynthese und letztlich der Erträge bewirken („CO2-Düngeeffekt“). Ob dies allerdings auch langfristig der Fall sein wird, oder ob ein gewisser „Gewöhnungseffekt“ eintritt, ist noch nicht absehbar.
      Für Pflanzen wie Mais und Hirse (Photosynthese-Typ: C4-Pflanzen) werden sich kaum Ertragssteigerungen ergeben, da diese Pflanzen CO2 effektiver nutzen und schon unter den heutigen Bedingungen optimal mit CO2 versorgt sind (UBA, 2005).

  • Sinkende Qualität der Ernteprodukte

Durch die geringeren Unterschiede zwischen Tages- und Nachttemperaturen kommt es zu negativen Auswirkungen bei den Ernteprodukten:

Weizen

Zunahme des Stickstoffgehalts im Korn

Zuckerrübe

Steigender Stickstoffgehalt behindert Kristallisation

Raps

Rückgang des Ölgehaltes

Gemüse/Salat

Vorzeitiges Schossen

Kohlsorten

Verfrühte Blütenbildun

(PIK, 2009)

  • Verlust an Bodenfruchtbarkeit
    Aufgrund der steigenden Temperaturen kommt es zu einer erhöhten Zersetzung und Mineralisierung der organischen Substanz und damit zu einem Rückgang der Kohlenstoffvorräte im Boden (UBA, 2005).
  • Höherer Krankheits- und Schädlingsdruck/Einwanderung neuer Schädlingsarten, veränderte Unkrautdynamik
    Durch die Temperaturerhöhung können die Insekten mehrere Generationen pro Jahr ausbilden. Die milderen Winter begünstigen besonders das Überleben von Wurzelparasiten und frostempfindlicher Insekten (PIK, 2009).
    Die genannten Klimaänderungen wirken sich in derselben Weise auch auf das Unkrautwachstum aus. Es wird außerdem vermutet, dass die Wirksamkeit und die Aufnahme von Herbiziden durch Klimaänderungen beeinträchtigt werden könnte (PIK, 2009).
  • Erhöhte (Wind-) Erosionsgefahr durch trockene Böden (UBA, 2005)
  • Schädigungen durch hohe Ozonkonzentrationen (UBA, 2005; PIK, 2009)

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